Die Schöpfung eines Kindes kann durch zwei oder mehr Faetalan durchgeführt werden, die sich dafür an den nächstgelegenen Tempel wenden.
Die Schöpfungspriester leiten nicht nur das Ritual, sondern begleiten die Eltern auch in der Zeit davor und stehen danach für Fragen und Rat zur Verfügung.
Das Ritual beginnt bereits am frühen Morgen. Wenn die ersten Sonnenstrahlen über den Horizont kommen, sollen die Eltern mit den Materialien für das Kind an den Toren des Tempels stehen.
Zuerst müssen sie eine Reinigungszeremonie durchlaufen, die Materialien werden ebenfalls gereinigt und gesegnet. Nachdem die Faetalan in einfache Roben gekleidet sind, werden ihnen die Materialien wieder gereicht und sie folgen dem Priester zur Schöpfungskammer.
Sie hat nur ein Fenster, welches nach Osten ausgelegt ist und Licht auf einen Altar davor fallen lässt.
Sobald der Schöpfungspriester den Raum betritt, beginnt das Ritual. Während er ein Gebet aufsagt, nimmt er von den Eltern die Materialien entgegen und legt sie auf den Altar. Mit einem zeremoniellem Dolch wird Blut von den Eltern in eine Schale gelassen und mit auf den Altar gelegt.
Von nun an liegt es in den Händen der Götter, die Gebete zu erhören und der Bitte auf ein Kind nachzukommen. Manchmal müssen die Rituale auch wegen Erschöpfung der Beteiligten abgebrochen werden, da die Gottheiten nicht auf das Ritual geantwortet haben.
Falls sie reagieren, wählen sie aus den Materialien aus und erschaffen mit dem Blut der Eltern ein Baby.
Es ist sehr selten, dass mehr als ein Kind durch ein Ritual geschaffen wird und man kann kein Muster feststellen, nach dem die Götter sich dazu entscheiden.
Diese Kinder haben eine ganz besondere Bindung zueinander und können beispielsweise den Schmerz ihres Zwillings spüren. Manche bezeichnen diese Bindung auch als sechsten Sinn.
Welcher Gott schlussendlich den Wunsch der Eltern erfüllt hat, können nicht einmal die Schöpfungspriester sagen. Nur die Magieart des Neugeborenen liefert einen Hinweis darauf, welche Gottheit es gewesen sein könnte.
Sie wird sich in der frühen Kindheit zeigen und über die nächsten zwanzig Jahre mit dem Kind wachsen.
Immer wieder wird gemunkelt, dass jemand über andere Wege zu einem Neugeborenen findet, doch die Priesterschaft geht hart gegen jeden vor, der die Gerüchte streut. Immerhin sind sie die einzigen, die den nötigen Kontakt zu den Göttern herstellen können.
Mehrlinge
Manchmal entscheiden sich die Götter bei Schöpfungen dazu, die Eltern nicht nur mit einem Kind zu segnen, sondern mit Mehrlingen.
Zwillinge sind selten und jedes weitere Neugeborene darüber hinaus ist jeweils noch seltener. Die höchste bekannte Anzahl an Mehrlingen sind Sechslinge.
Mehrlinge haben eine besondere Seelenverbindung, da alle aus der gleichen Magie geschaffen werden. Ihre Magie ist schwächer, wenn sie alleine sind, aber wenn sie sich gegenseitig berühren, wird sie stärker.
Ein Nebeneffekt der Seelenverbindung ist, dass sie die Mehrlinge die Schmerzen und starken Emotionen der Anderen spüren lässt, als wären es ihre eigenen.
Mischlinge
Direkte Kinder zwischen Ky’loh und Xy’rah haben die Fähigkeit, ihre Form zwischen den beiden Arten wechseln zu können. Für den Lebenszirkel bzw. das Schlüsselloch bestehen bei den Mischlingen folgende Varianten:
- Lebenszirkel in beiden Formen, in Ky’loh-Form als Fellfärbung. Kein Schlüsselloch
- Schlüsselloch in beiden Formen, kein Lebenszirkel
- Lebenslinien und Schlüsselloch in beiden Formen, das Lebenssiegel auf der Stirn fällt dadurch weg
Ihren Formwandel können sie im Kindesalter kaum beeinflussen, meistens wird unabsichtlich hin- und hergewechselt. Besonders bei starken Emotionen wie Wut, Freude oder Trauer wird der Wandel ausgelöst oder wenn sich das Kind verletzt hat. Manchmal reicht auch schon ein Nieser. Erst mit jahrelanger Übung kann eine zuverlässige Kontrolle aufgebaut werden.
